Zukunft Europa – Was nun?
Wir freuen uns, Ihnen über unsere Jahresauftaktveranstaltung am Freitag, 20. Jänner in Wien zu berichten:
Die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in der EU, nahm der Senat der Wirtschaft zum Anlass und stellte seine Jahresauftaktveranstaltung ganz unter das aktuelle Thema „Zukunft Europa – Was nun?“
130 Senatorinnen und Senatoren sowie geladene Gäste haben sich in den repräsentativen Räumlichkeiten von BENE in der Neutorgasse in der Wiener City eingefunden, um ihr Commitment zu einer Gemeinwohlökonomie in einem vereinten Europa zu bekunden.
Ein herzliches Dankeschön geht an unseren großzügigen Gastgeber, Senator Herrn Frank Wiegmann, Vorstand der BENE AG, Herrn Prof. Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission a. D., Herrn Dr. Szabolcs Fazakas, Mitglied des Europäischen Rechnungshofes sowie unsere neue Ehrensenatorin, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien KR Brigitte Jank und natürlich an unseren Präsidenten Herr Dr. Erhard Busek für deren anregende und motivierende Worte zum Thema des Tages.
Zukunft Europa – Was nun?
Rating Agenturen sorgen mit der Abstufung europäischer Staaten für allgemeine Verunsicherung. Gleichzeitig wollen Spekulationen mit „vergifteten Wertpapieren“ nicht abreißen. Was die Zukunft bringt ist ungewiss – eines jedoch ist klar: Die Europäische Union steht heute mehr denn je vor großen Herausforderungen; ökonomischer, vor allem aber auch sozialer Natur. Der Griechenland-Diskurs scheint in diesem Zusammenhang einen gefährlichen Keil zwischen die EU-Staaten zu treiben. Doch gerade das dürfen wir nicht zulassen! Entgegen aller Negativ-Schlagzeilen gilt es gerade jetzt, vereint und solidarisch aufzutreten und gemeinsam im Sinne einer Gemeinwohlökonomie zu handeln.
Politikversagen, nationale Interessen, schlechtes Krisenmanagement, etc. – Gründe für die Finanzkrise gibt es unzählige. Doch statt scheinheilig nach Schuldigen zu suchen, ist es jetzt an der Zeit, den Blick nach vorne zu richten und gemeinsam konstruktive Lösungen zu finden. Dieser Meinung waren auch 130 Senatorinnen und Senatoren, die der Einladung des Senat der Wirtschaft gefolgt sind und so ihr Commitment zu einer Gemeinwohlökonomie in einem vereinten Europa bekundet haben.
Dr. Erhard Busek, Präsident des Senat der Wirtschaft und Vizekanzler a.D., hat gleich zu Beginn seines Grundsatzreferates auf die ursprünglichste Bedeutung des Wortes „Krise“ – κρίσις – hingewiesen: „Entscheidung“. Damit hat er deutlich gemacht, worum es gerade in schwierigen Zeiten geht: Entscheidungen zu treffen und mit vereinten Kräften an einer gemeinsamen Vision für ein neues, besseres Europa zu arbeiten. Denn die Zukunft Europas liegt in unser aller Händen! Wenn Wirtschaft und Politik wieder eine gemeinsame Sprache finden und partnerschaftlich das wichtigste Ziel – den Menschen – nicht aus den Augen verlieren, hat Europa eine Chance. Wenn wir gemeinsam den politischen Stillstand überwinden – über alle „Farben“ hinweg – hat Europa eine Chance. „Wenn wir alle diese Krise zum Anlass nehmen, unsere momentane Situation neu zu überdenken, dann erkennen wir – Europa ist die einzige Chance!“, so Senats-Präsident, Dr. Erhard Busek.
Auch Gastgeber, Senator Frank Wiegmann, Vorstand BENE AG, mahnte zu Zusammenhalt und dazu, nicht mehr bloß über Rating Agenturen zu kommunizieren. „Wir müssen Europa wieder eine Seele geben!“, so Wiegmann. Er wünschte sich eine Europapolitik, in der sich Politik und Wirtschaft die Hand reichen – denn „Europa geht uns alle an!“
Dr. Szabolcs Fazakas, Mitglied des Europäischen Rechnungshofes, griff in seinem Impulsreferat das Konzept des Vielvölkerstaates der Österreich-Ungarischen Donaumonarchie auf. „In ihrer Grundidee hat die Donaumonarchie bereits den Boden für ein gemeinsames Europa geschaffen“, sagte Dr. Fazakas. „Europa ist ein Staatenbund“ – das dürfe bei aller Komplexität der Problematik nicht vergessen werden. Nur so könne eine langfristige Konsolidierung im Sinne einer Gemeinwohlökonomie gelingen, betonte der Rechnungshof Experte.
Für Prof. Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission a.D., ist Europa viel mehr als eine Frage von Zinsen und Derivaten. „Europa ist eine großartige Erfolgsgeschichte“, sagte er in seiner flammenden Rede für die Union. Er ging sogar noch weiter und griff damit wieder die Eingangsworte unseres Präidenten, Dr. Busek, auf: „Es gibt keine denkbare Alternative zu Europa!“, allerdings gelte es wieder Anreize für Investition und Wachstum zu schaffen. Er mahnte jedoch, dass es davor eine realistische Haushaltskonsolidierung brauche und kritisierte damit die utopischen Forderungen an Griechenland. Verheugen blieb aber optimistisch, dass die EU einen Ausweg finden wird. "Wir haben schon viele Krisen erlebt in Europa. Ich kenne das ja gar nicht anders." Letztlich werde Europa zu Wachstum zurückfinden. Und man dürfe nicht vergessen: "Wir haben niemanden, der raus will und viele die reinwollen." Bei allen Problemen habe es Europa geschafft, eine funktionierende Solidargemeinschaft auf die Beine zu stellen – sonst sei das noch nirgendwo gelungen.
Unsere neue Ehren-Senatorin, Wirtschaftskammer Präsidentin KR Brigitte Jank, pflichtete ihren Vorrednern bei und wies ebenfalls auf die Wichtigkeit des Zusammenhalts innerhalb der Wirtschaft hin und mahnte in diesem Zusammenhang zu einem besser abgestimmten Miteinander von Politik und Wirtschaft. „Die Wiener Wirtschaft wird vor allem von Handel und Gewerbe getragen, umso wichtiger ist es nun, das Wachstum der Betriebe am Standort selbst zu stärken“, so die Wirtschaftsexpertin, die mit ihrem Einsatz dem Wirtschaftsstandort Wien ein dynamisches und leistungsstarkes Gesicht -weit über die österreichischen Grenzen hinaus – gegeben hat.
In diesem sehr exklusiven Rahmen wurden auch unseren jüngsten Senatorinnen und Senatoren die Senats-Urkunden von unserem Präsidenten, Herrn Dr. Erhard Busek und dem ehemaligen EU Vize-Präsidenten, Herrn Prof. Günter Verheugen, überreicht.
Wir möchten uns bei unseren Senatorinnen und Senatoren sowie allen Referenten und Ehrengästen für ihr Kommen und Engagement bedanken! Wir alle haben am 20. Jänner gezeigt, dass wir unsere Verantwortung für Wirtschaft und Gesellschaft ernst nehmen und gemeinsam an einer Zukunft arbeiten, die auch für Generationen nach uns noch lebenswert ist.
Wirtschaft, das sind wir alle – heute, wie morgen!